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Der ackernde Roboter - Ulmer Knowhow fließt in Bundesforschung

Ein Roboter, der Unkraut jätet. Zuverlässig und wirtschaftlich. Das Ulmer Unternehmen InMach arbeitet an einem solchen selbstfahrenden Fahrzeug - gemeinsam mit namhaften Partnern.

v. r.: Matthias Strobel, Dr. Boris Kluge (beide Geschäftsführer), Matthias Edelmann (Marketing) und Markus Jehle (Produktmanager) mit einem anderen Roboter, der Hallen reinigt. Foto: M. Kessler

Jäten, düngen, ernten: Für diesen Roboter entwickelt die Firma InMach Arbeitsmodule.

Der Mensch hat schon Schwierigkeiten zu erkennen, was Unkraut ist und was nicht. Der Roboter hat es ungleich schwerer. Zumal die nötige Technologie noch in den Kinderschuhen steckt. In Ulm arbeitet die Firma Inmach Intelligente Maschinen an einer Lösung: einem zuverlässigen Roboter für die Landwirtschaft.

Das kleine mittelständische Unternehmen in der Ulmer Weststadt mit der geschichtsträchtigen Adresse Kässbohrerstraße 19 gehört wie der Bosch-Konzern und das renommierte Fraunhofer-Institut zu einem Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Inmach entwickelt Software und Elektronik für das autonom fahrende Gerät.

Solche Roboter erleichtern - so die Idee hinter dem Projekt - die Arbeit im umweltfreundlich ausgerichteten Landbau. "Bio-Landwirtschaft ist Knochenarbeit", sagt Produktmanager Markus Jehle, "da muss man noch richtig hacken." Hinzu komme der Kostendruck, andernorts werde billiger produziert. Mithilfe von Robotern lässt sich die Arbeit auf dem Bio-Acker automatisieren und rationalisieren.

"Es wird aber nicht alles gemacht, was technisch möglich wäre", betont Geschäftsführer Matthias Strobel. Die Ulmer arbeiten vielmehr an einem Gerät, das wirtschaftlich ist. Deshalb werden die Funktionen austauschbar sein: ein Arbeitsmodul für die Unkrautentfernung, ein anderes fürs Düngen, wieder ein anderes für die Ernte. Jehle erklärt die Konstruktion mit einem Vergleich: "Das kann man sich vorstellen wie einen Traktor, an den verschiedene Geräte angehängt werden können." Wenn alle Funktionen gleichzeitig vorgehalten würden, wäre der Roboter zu teuer, zu schwer und würde zu viel Energie benötigen.

Apropos Energie: Die Energieversorgung des Fahrzeugs stellt die Wissenschaftler ebenfalls vor neue Aufgaben. Für den Einsatz auf Bio-Feldern kommt ein Antrieb per Dieselaggregat nicht in Frage, der Roboter soll ökologisch korrekt mit Brennstoffzellen betrieben werden. An Lösungen wird gearbeitet.

Inmach ist 2003 entstanden als Ausgründung aus dem von Prof. Franz Josef Radermacher geleiteten Forschungsinstitut FAW. Von den vier Gründern sind drei nach wie vor in der Firma: die Geschäftsführer Strobel und Dr. Boris Kluge und Mitarbeiter Dr. Thomas Kämpke. Prof. Erwin Praßler schied aus.

Zunächst war Inmach auf Software und Elektronik für Forschungs- und Auftragsprojekte im Zusammenhang mit Robotern fokussiert, inzwischen eröffnet sich ein weiterer Markt: Anwendungen in Nutzfahrzeugen. "Das Prinzip ist immer gleich und somit übertragbar", sagt Jehle. Es geht vereinfacht gesagt so: Sensoren erfassen die Umwelt; es folgen Berechnungen und eine gezielte Steuerung. Mithilfe seines Knowhows bringt das Unternehmen einen Roboter dazu, eine Turnhalle zu reinigen. Und es lässt einen Pistenbully Gefahren erkennen (zum Beispiel einen Skifahrer auf Kollisionskurs): Der Fahrer wird gewarnt und die Schneefräse automatisch ausgeschaltet.

Der Mittelständler hat eigenen Angaben nach vergangenes Jahr mit seinen 25 Mitarbeitern 1,2 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Mehr als im Jahr zuvor, als der Umsatz bei 850 000 Euro lag, gemessen an der Mitarbeiterzahl aber nicht viel. Für die Zukunft erwartet Geschäftsführer Strobel allerdings eine "deutliche Steigerung". Denn: "Die Phase, in der die Entwicklung in Produkte mündet, läuft gerade erst richtig an."

Der Roboter für die Landwirtschaft soll im Frühjahr 2015 in die Testphase gehen. Ein Prototyp wird in einer Egginger Baumschule zwischen Buchsbäumen hindurchfahren und zeigen, ob er ordentlich arbeitet. In fünf bis sechs Jahren wird das Gerät voraussichtlich auf den Markt gebracht. Es kostet je nach Ausstattung 40 000 bis 80 000 Euro, schätzen die Inmach-Entwickler. Jehle: "Das ist immer noch billiger als ein Traktor."

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